Bei der IHK Beschwerde eingelegt

allgemeine Fragen zur Ausbildung

Bei der IHK Beschwerde eingelegt

Beitragvon Elodia » Sa 28.07.2007 21:49

Hallo zusammen!

Ich mache seit letztes Jahr September eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Schon von Anfang an lief in dem Betrieb nicht alles so richtig, aber ich war froh eine Ausbildungsstelle zu haben.
Z.B. musste ich meinen Ausbildungsvertrag selbst schreiben, mir eine Praktikantin suchen um zur Berufsschule zur gehen etc.

Hab mir das leider alles so gefallen lassen, auch das ich für die anderen MA's den Frühstückstisch decken musste, Frühstück einkaufen und sowas, aber auch das habe ich hingenommen.

Die Arbei wurde immer mehr. Mein Ausbilder ist in Frankfurt (ich in Dortmund) weil die Niederlassung in DO keinen Ausbilder hat, er hat mich am Wochenende angerufen und ich sollte am WE arbeiten, weil er unbedingte die Zahlen wollte, im Urlaub musste ich Arbeit von zuhause aus machen und wenn ein Fehler bsp.weise in den Umsätzen war hat er mich am Tele zur Sau gemacht, er hätte doch jetzt mehr Arbeit, weil er die Zahlen nachkucken muss, er kann sich nicht auf mich verlassen etc.

Mit den anderen hatte ich auch so meine Probleme, wurde als Schlampe beschimpft und diente quasi als Putzfrau.

Doch als mein Chef mich dann im Urlaub anrief und wollte das ich die Abrechnungen über die Festangestellten mache (ich war auf einem Campingplatz) und ich ihm sagte dass es nicht ginge, sagte er zu mir er bräuche die weil die MA's doch ihr Geld brauchen, die haben ja Familie^^
Quasi ich bin Schuld wenn die MAs kein Geld bekommen...

Ich habe da nix gelernt, ich habe nur immer ein und die selbe Arbeit gemacht, hatte keinen Ausbilder oder andere Ansprechpartner die wissen was ich mache...ich habe sogar die Tabelle für die Umsätze selber gemacht!

Bin dann schließlich zur IHK gegangen und habe dort schriftl. Beschwerde eingelegt. An dem folgenden Montag hatte ich Berufsschule und plötzlich ruft mich mein Chef an, was mir einfallen würde zur IHK zur gehen, und dass ich ab sofort beurlaubt wäre.

Nach einem Brief, in dem ich meine Arbeitskraft weiterhin angeboten habe, sollte ich dann wieder kommen. Es wurden alle Passwörter geändert, damit ich keinen Zugriff mehr auf Firmendaten habe, ich wurde an einen anderen Platz gesetzt und darf jetzt Daten in eine Tabelle eintippen, den ganzen Tag lang.

Ich bekam eine Abmahnung, gegen die ich Wiederspruch einlegte.
Die anderen MAs dürfen nicht mit mir über die Firma oder ähnliches sprechen, mein Chef spricht kein Wort mehr mit mir und ich werde bei Meetings weggeschickt.

Jetzt suche ich eine andere Ausbildungsstelle, was leider absolut nicht einfach ist. Ich möchte gerne eine vernünftige Ausbildung.

In der Schule bin ich sehr gut, nur mein Betrieb ist halt nicht so...

Die IHK macht leider nicht viel bis gar nichts, obwohl mein Betrieb rein rechtlich gar nicht mehr ausbilden darf.

Wie kann man gegen solche Firmen angehen? Die nutzen Azubis nur aus.

LG,

Elodia
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Beitragvon nelke » So 29.07.2007 09:25

Hallo Elodia.

Bin geschockt, was für Zustände dort herrschen.

Bevor ich loslege, habe ich noch Fragen:
Was nahm eigentlich die IHk nun dagegen vor?
Schließlich rief dein Chef dich an und wusste von der IHk Bescheid.

Hat dein Betrieb verschärfte Auflagen bekommen von der IHK?
War ein Ausbildungsberater vor Ort?


Wie groß ist diese Niederlassung? Wie viele andere Azubis arbeiten noch da zusätzlich?


Generell muss ich sagen, dass das unhaltbare Zustände sind und du den richtigen Weg gemacht hast, die IHK. Auch wenn du bisher nicht den erhofften Effekt erleben konntest, so hast du dich zumindest gewehrt. Damit sich das aber am Ende nicht gegen dich auslegen wird (z.B. im Arbeitszeugnis), so bleibe bitte hart und känpfe für deine Ausbildung.

Es darf nicht sein, dass du regelmäßig im Urlaub gestört wirst, das du Gehaltsunterlagen machen musst für Angestellte (der Gipfel der Unmöglichkeit) und den Frühstückstisch deckem muss.

Es ist doch klar, dass sich Ausbilder bzw. Vorgesetzt sich nicht auf dich verlassen können, wenn dir die elementaren Ausbildungsinhalte nicht vermittelt werden. Gehaltsabrechnungen steht schon in ganzer Eigenverantwortung eh nicht auf dem Plan.

Ich empfehle dir folgendes:


Halte noch einmal Rücksprache mit der IHK und berichte über die veränderten Bedigungen, nach Einschreiten der IHK. Sofern keiner für dich ansprechbar sein will, so lasse dich mit der nächst höheren Person verbinden.

Ich würde auch zum Arbeitsamt gehen, auch dort gibt es Ausbildungsberater, die dir sicherlich beim Ausbildungsplatzwechsel behilflich sein können. Evtl. können die auch zusammen mit der IHK vermitteln.

Ist das Betrieb organisiert (z.B. Tarifvertrag etc.), so nehme auch Kontakt mit der Gewerkschaft auf. Auch die können evtl. dir Hilfe anbieten.

Gibt es bei euch einen Betriebsrat, eine JAV (=Jugendvertretung)? Wenn ja, Kontakt aufnehmen.

Da du in einer Niederlassung arbeitest, solltest du auch Kontakt zum Stammhaus aufnehmen, auch zur direkten, übergeordneten Ausbilderin.

Bitte melde dich, wenn es Neuigkeiten gibt.
Viel Erfolg.
Zuletzt geändert von nelke am So 29.07.2007 14:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Elodia » So 29.07.2007 13:38

Hallo Nelke,

vielen Dank für deine schnelle Antwort!

Die IHK...mhm, zunächst mal hat der zuständige Herr bei mir in der Firma angerufen-obwohl ich extra geschrieben hatte dass er die Sache vertraulich behandeln soll - und fragte nach mir, also ob ich da wäre. Naja, daraus hat mein Chef dann geschlussfolgerd, dass ich bei der IHK war.

Die IHK war einmal da, als ich Beurlaubt war, und mehr weiss ich nicht. Ich habe den Herrn gefragt was denn nun wäre, aber er wollte mir keine Auskunft geben. Ich weiß also nichts genaues.

Soweit ich das Beurteilen hat mein Betrieb keine Auflagen o.ä. bekommen. Die Niederlassung ist relativ klein, und zudem so eine Art Call-Center, soll heißen es arbeiten 5-8 Vertriebler da, je nachdem, das Personal wechselt schnell. In der Verwaltung sind nur ich und die andere Auszubildene (wird also von uns Auszubildenen gemacht).

LG

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Beitragvon Almut » Mi 08.08.2007 17:23

Hey Elodia,

das ist ja echt der Hammer :shock:

Wie ergeht es denn den anderen Azubis im Betrieb? Hast du mit denen Kontakt - vielleicht in den anderen Niederlassungen?

Und es gibt doch bestimmt einen Betriebsrat? Den würde ich mal ansprechen, falls es keine Jugend- und Auszubildendenvertretung geben sollte.

Lieber Gruß
Almut :P
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Beitragvon Mary0212 » Di 14.08.2007 16:16

Hallo Elodia,

das ist ja der absolute hammer, was bei dir im betrieb los ist! da ist ja meine ausbildung ein traum hingegen.

ich wollte dir einfach sagen, lass den kopf nicht hängen und gib dein bestes!

lg
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Beitragvon nelke » Di 14.08.2007 17:07

Genau :D das wünschen wir dir alle!!!

Gibt es denn schon etwas Neues?
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Beitragvon Katja » Fr 28.09.2007 13:41

:( :( Du ich fühle mit dir. Meine Ausbildung ist auch der reinste Horro.
Erst gibt mein Chef mir sein Auto und dann belestigt er mich noch in meiner Freizeit mischt sich in mein Privatleben ein und verlangt von mir das ich ihm sein Auto bringe wenn ich krank bin und mich deshakb kaum bewegen kann, weil mir dann alles weh tut.

Neulich meinte er zu mir ich soll von meinen Freund sein Polizeiliches Führungszeugnis von ihm verlangen.
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Beitragvon Mirror » Fr 28.09.2007 22:52

das is hart dagegen sind ja die arbeitsbedingungen bei uns noch fast erträglich wenn ich sowas lese :wink:
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Beitragvon Patrizia » So 30.09.2007 22:16

Hallo Katja,

wie bitte, was?????? Ich glaub ich les nicht richtig... wie meinst du das bitte, er "belästigt" dich??

Falls du antwortest, wundere dich bitte nicht, wenn ich erst am Mittwoch wieder antworte, denn morgen kommt mein "Baby" zum ersten mal ins Geschäft und ich kümmer mich die beiden Tage um sie und werd vermutlich nicht viel Zeit haben :D

Aber meld dich bitte, das möchte ich unbedingt genauer wissen :(

Liebe Grüße, Pat
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Beitragvon Katha1987 » Mo 24.03.2008 17:27

Also, ich habe mir das hier alles durchgelesen und muss sagen dass es haargenauso bei mir auch abläuft und ich auch nicht weiter weiß.
Jetzt wollte ich nochmal fragen ob es mittlerweile Neuigkeiten o.ä. gibt, woran ich mich evtl. orientieren könnte.
Denn auch ich lerne Kauffrau f. Bürokomm. seit letzem Sept und anfangs lief es ganz gut (auch ich war froh überhaupt etwas zu haben), aber inzwischen steh ich kurz vorm Nervenzusammenbruch.
Ich habe bsp. auch ziemliche Angst zu kündigen, denn die Reaktion meiner Chefin wird mich garantiert vom Boden wegfegen. Soll heißen, dass ich da alles andere als was zu lachen hätte.
Was für Möglichkeiten habe ich heute zB, vor allem um vllt der Reaktion meiner Chefin aus dem Weg gehen zu können?
Kann das Arbeitsamt auch dafür sorgen dass Betriebe, für die ich mich interessiere um weiter zu machen, nicht in meinem Betrieb anrufen? Denn würde da irgendein Personalchef oder so anrufen, hätte ich eh die Kündigung aufm Tisch liegen.
Danke schonmal für Antworten.
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Beitragvon Bisch » Di 25.03.2008 16:25

Hallo Katha1987,

ich beantworte Dir Deine Fragen aus der Sicht des Ausbilders wie folgt:

Ich habe bsp. auch ziemliche Angst zu kündigen, denn die Reaktion meiner Chefin wird mich garantiert vom Boden wegfegen. Soll heißen, dass ich da alles andere als was zu lachen hätte.

Wenn Du kündigst, um die Ausbildung abzubrechen, kann Dir die Chefin überhaupt nix mehr. Sie kann vielleicht ausrasten, Dich anschreien und böse Sachen sagen - aber das braucht Dich dann überhaupt nicht mehr zu berühren. Es sind Worte, es ist heiße Luft, aber Du entscheidest über Dein Leben und solange Du nicht körperlich verletzt wirst, brauchst Du Dir über ihre Reaktion original null Gedanken machen!

Was für Möglichkeiten habe ich heute zB, vor allem um vllt der Reaktion meiner Chefin aus dem Weg gehen zu können?

Nun, Du kannst die Ausbildung theoretisch eh nur kündigen, wenn Du die Ausbildung abbrechen willst, d.h. den Beruf gar nicht mehr lernen möchtest oder Dir der Arzt ein Attest gibt welches Dir bescheinigt, dass Du arbeitsunfähig bist.
Beides ist bei Dir nicht der Fall, darum solltest Du erst kündigen, wenn Du einen neuen Betrieb hast bzw. eine anderen Ausbildungsberuf machen möchtest.

Dann kannst Du der Chefin auch einen Brief (am besten als Einschreiben) zukommen lassen oder jemand anderes vorbei schicken, der die Kündigung bringt. Das lässt Dich allerdings als feige dastehen.

Kann das Arbeitsamt auch dafür sorgen dass Betriebe, für die ich mich interessiere um weiter zu machen, nicht in meinem Betrieb anrufen?

Nein, die Agentur für Arbeit kann Kontakte zwischen Firmen nicht unterbinden.
Um das zu erreichen, hilft in der Bewerbung der Satz, dass die Bewerbung bitte vertraulich behandelt werden soll.
Aber: Eine abgebrochene Ausbildung mit diesem Satz sieht schon so aus, als hättest Du Probleme und dann ist hohe Kunst im Formulieren gefragt, nicht auf die bisherige Firma zu schimpfen und trotzdem den neuen Betrieb zu überzeugen, Dich zu nehmen.
Ganz ehrlich, wenn ich Wechsler-Bewerbungen bekomme ist der erste Gedanke immer: Da kann sich jemand nicht einfügen, macht Stress, arbeitet nicht gut usw.

Denn würde da irgendein Personalchef oder so anrufen, hätte ich eh die Kündigung aufm Tisch liegen.

Sicherlich nicht, denn sich woanders zu bewerben ist kein zulässiger Kündigungsgrund.

Schau also erstmal, dass Du ein gutes Anschreiben hast, in dem Du Deinen Wunsch zu wechseln so gut und harmlos wie möglich beschreibst und finde eine Firma, die Dich nehmen möchte. Dann wirst Du Dich auch bei der Kündigung besser fühlen.

Viele Grüße,
Bisch
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Re: Bei der IHK Beschwerde eingelegt

Beitragvon DirkAusB » Mi 27.12.2017 10:19

Hallo,

auch bei mir (in Berlin) läuft es deutlich rechtswidrig und die IHK unternimmt nichts. Das ist eine große Ver*rsche.

http://jugend.dgb.de/ausbildung/beratun ... p.d=101334

Bei dem o.g. Link habe ich mich ausgeweint. Ich sehe es so: Ein Betrieb darf nur einen Ausbildungsvertrag schließen, wenn er auch ausbilden will und kann.
Alles andere ist rechtswidrig.

Was die IHK da veranstaltet mit "Such dir doch einen anderen Betrieb." halte ich für völlig falsch in der heutigen Zeit. Die Sklaverei ist offiziell abgeschaft, das Frauenwahlrecht etabliert und die Gleichstellung von Homo-Ehen ist nun auch durch.
Wie passt es da in das Bild, dass Menschen sich noch immer als billige Arbeitskräfte ausnutzen lassen müssen?

Die IHK macht nichts und wie es aktuell ist, kann man niemandem empfehlen eine Ausbildung zu machen, da weder die IHK noch die Gewerkschaften noch die Politik irgendetwas unternimmt um die Rechte der Azubis zu verteidigen.

Ich möchte nicht in einen anderen Betrieb, sondern ich möchte, dass nur Ausbildungsverträge geschlossen werden, bei denen Menschen nicht von vornerein straffrei ausgenutzt werden sollen.
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