Berichtshefte falsche Einträge und Fehlzeiten

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Berichtshefte falsche Einträge und Fehlzeiten

Beitragvon Query » Di 22.12.2015 20:10

Hallo ihr lieben,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich einen Rat gebrauchen könnte.

Primär möchte ich zwei Probleme ansprechen:

Im Betrieb nutzen wir eine Art Projektmanagementsystem, in dem jeder Mitarbeiter, von der Sekretärin bis zum Chef, seine Art und Dauer der Tätigkeit einpflegt. Wir kontrollieren damit die vollständige Erledigung aller Tasks, bei den Azubis gleichzeitig Wissensstand, Ausbildungsfortschritt und wann welche Ausbildungsinhalte vermittelt wurden. Beispiel: „01.12.2015: 2 Stunden mit Ausbilder X Einführung in Exclipse".

Seit Beginn der Ausbildung schreibt unser Azubi nur sehr sporadisch – wenn überhaupt – an seinem Berichtsheft. Er hat die Aufforderung dazu persönlich, per E-Mail und per Task erhalten. Immer höflich, aber bestimmt. Seine letzte Frist, die Nachweise bis zum 18. abzugeben, hat er verstreichen lassen. Das war sein letzter Arbeitstag vor dem Urlaub. Der Chef war entsprechend angesäuert und ich „darf“ ihm nun die Abmahnung schicken. Es fällt mir innerlich schwer, weil gerade Feiertage sind und er sich im Urlaub erholen soll.

Jetzt hat sich herausgestellt, dass der Azubi seine Nachweise am 21. von zu Hause aus in unsere Firmncloud geladen hat. Nun bin ich zum einen unsicher, ob ich die Abmahnung noch verschicken dürfte/sollte.

Zum anderen hat sich herausgestellt, dass die Einträge in den Ausbildungsnachweisen teilweise großer Phantasie entspringen. Sie müssten größtenteils mit den Einträgen in unserem System übereinstimmen. Stattdessen lese ich: „4 Stunden allgemeine Büroarbeiten“ oder „3 Stunden in Fachbuch XY“ lesen.

Für Büroarbeiten ist er nie und nimmer zuständig, er hat noch nie eine Büroklammer angefasst. Und auch viele andere Einträge sind schlicht falsch. Ganz zu schweigen davon, dass er mit dem Berichtsheft unentschuldigte Fehlzeiten kaschiert hat (über die ich auch schon mit ihm gesprochen habe). Seine Nachweise weisen nun täglich 8 Stunden Arbeitszeit auf, obwohl er wegen früher gehen im Schnitt nur eine 35-Stunden-Woche fährt.

Unser Azubi ist im September in unsere Stadt gezogen, um hier die Ausbildung zu beginnen. Wohnungssuche ist schwer, deshalb haben wir ihm bei der Suche geholfen. Trotzdem hat er erst spät eine Unterkunft gefunden, was auch bedeutet, dass er die ersten drei Wochen nicht im Betrieb war. Er hatte es also nicht leicht und jede Menge geleistet, die Stelle bei uns zu bekommen.

Deshalb möchte ich ihn nicht aufgeben. Ich möchte es ihm echt nicht versauen, er leistet gute Arbeitet, ist nett und umgänglich, wird viel gelobt, aber dass er die Nachweise falsch ausfüllt, unentschuldigt fehlt und eigenmächtig früher geht, nehme ich ihm wirklich sehr übel. Der Chef bürgt mit seiner Unterschrift für die Richtigkeit der Nachweise.

LG

Sorry für den langen Text. Musste es mir von der Seele schreiben. ;-)
Query
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Registriert: Di 22.12.2015 20:03

Re: Berichtshefte falsche Einträge und Fehlzeiten

Beitragvon Fiene » So 27.12.2015 12:59

Hallo Query,

ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, weil ich ähnliche Fälle auch schon hatte. Meiner Erfahrung nach muss man aber auch bei schwierigen Startbedingungen oder komplizierten familiären Verhältnissen die Pflichten des Azubis aufzeigen. Wenn er das Berichtsheft bis 18.12.15 vervollständigen sollte, dann ist es am 21.12.15 definitiv zu spät! Erst recht, wenn es dazu vorher bereits Gespräche, Ermahnungen o.ä. gab und nun wiederholt vorgekommen ist und zudem noch Inhalte enthält, die nicht stimmen können.

Ich würde an deiner Stelle direkt nach dem Urlaub zu einem persönlichen Gespräch einladen und den Azubi direkt fragen, was er meint, warum dieses Gespräch erforderlich sei. Damit kannst du schon mal herausfinden, inwiefern er sich eines Fehlverhaltens überhaupt bewusst ist. Außerdem kannst du nochmal aufzeigen, was die Erwartungshaltung von euch als Arbeitgeber ist und klare Vereinbarungen treffen (z.B. jeden letzten Donnerstag im Monat ist das Berichtsheft inhaltlich korrekt hochgeladen). Im Gespräch selbst kannst du dann zusammenfassend sagen, dass es aufgrund der wiederholten Pflichtverstöße und Fehler eine Abmahnung geben wird und diese auch als klare Botschaft zu verstehen ist.

Viele Grüße von Fiene
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