Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Beruf?

Bewerbung, Lebenslauf, Vorstellungsgespräche, Zeugnisse usw.

Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Beruf?

Beitragvon GAZ Vodnik » Fr 05.04.2013 18:26

Ahoi,

kurz zu mir:
21 Lenzen, bin im letzten Halbjahr der höheren Handelsschule Oberstufe und werde voraussichtlich dieses Jahr ein gutes Fachabi machen. Bin seit gut 15 Jahre am Stück in der Schule und mein aktuelles Zeugnis bietet einen glatten 2er-Schnitt, darunter eine 3 und eine 1, darüber hinaus darf ich ein tolles Praktikumszeugnis mein Eigen nennen.
Studieren möchte ich nicht, da das selbstständige Lernen überhaupt nicht meins ist, habe darum gar nicht darauf hingearbeitet.
Und naja, mittlerweile bin ich der Meinung, dass Schulnoten wertlos sind und allein das zählt, was man eigentlich kann. Und genau da hapert es bei mir.

Ursprünglich wollte ich eine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann machen, da es mich sehr anspricht, nach Kundenwünschen zu arbeiten und darauf zugeschnittene IT-Lösungen zu entwickeln.
Der ganz große Haken daran: Der Kundenkontakt. Ich bin sprachbehindert und nachdem eine Absage wohl aufgrund der Behinderung erfolgte (Obwohl man mir gute Chancen zugesichert hatte), riet man mir beim Arbeitsamt, sich umzuorientieren. Das ich mich in logopädischer Behandlung befinde, scheint niemanden sonderlich zu interessieren.

Macht nichts, gibt ja noch den Fachinformatiker.

Zuerst Fachrichtung Anwendungsentwicklung. Das es da aber nicht funktioniert, hat mein letztes "Vorstellungsgespräch" gezeigt: Nach bestandenem Einstellungstest folgte direkt das Gespräch, welches schon nach 5 Minuten vorbei war, weil ich keinerlei Vorkenntnisse habe. Ich hatte noch nie Informatikunterricht oder irgendwelche Kurse in der Schule und in meiner Freizeit habe ich mich ebenfalls nicht damit beschäftigt. Auch gab es einen Studenten unter den Mitbewerbern und tschüss.
Dann hätten sie ruhig schon in der Stellenanzeige schreiben sollen, dass nur Leute mit Vorkenntnissen gefragt sind. Sie legten mir dar, studieren zu gehen, was ich zwar als Kompliment erachtet habe, aber für mich keine Option ist.
Hat sich also auch schon erledigt.

Aber da gibt es ja noch die Fachrichtung Systemintegration.
Auch da mangelt es mir leider an Vorkenntnissen, weil ich mich nur marginal mit den "inneren Werten" eines Computers auseinandergesetzt habe. Eher solider Durchschnitt, mehr aber auch nicht.
Bis jetzt habe ich auf alle Stellen für diesen Beruf eine Absage kassiert, ohne Einladung zum Einstellungstest. Und bei der heutigen Absage hat mich eine nett gemeinte Standardfloskel ziemlich demotiviert und aufgeregt.

Tja, 14 Bewerbungen, drei Vorstellungsgespräche (Bis auf das eine), keine Zusage und vier sind offen. Ich weiß, es ist noch sehr wenig, aber trotzdem zweifel ich seit Längerem an mir selbst. Wenn ich daran denke, dass zwei Leute aus meiner Klasse mit schlechteren Noten teils auf Anhieb eine Stelle gefunden haben, fühle ich mich irgendwie... Okay, ich freue mich für sie, aber gleichzeitig frage ich mich schon, was falsch läuft.

Daher liebäugele ich mit dem Industriekaufmann, aber als Notlösung. Mir liegt das Tätigkeitsfeld nicht und allein der Gedanke daran, ständig am Telefonhörer zu sitzen, bereitet mir das Grauen. Ja, ich hasse Telefonieren und bevorzuge den Kontakt per Brief, E-Mail oder am liebsten das Gespräch unter 4 Augen. Aber auf diesen Beruf wurde ich fünf Jahre lang vorbereitet und bevor ich am Ende ohne nichts dastehe, nehme ich lieber alles, was da ist.
Aber hier besteht wieder das Hindernis namens Sprachbehinderung. Intensiver Kundenkontakt setzt nun mal einwandfreies Sprechen voraus und das kann ich nicht.

Und jetzt weiß ich eben nicht, was ich noch machen soll. Ich will in den IT-Bereich, geht aber wegen mangelnden Vorkenntnissen nicht. Und ein Bürojob geht auch nicht, weil ich sprachbehindert bin.

Außerdem: Wozu ist eine Ausbildung denn da, wenn Vorkenntnisse vorausgesetzt werden und man sowieso vorher studieren soll? Ich meine, keine Vorkenntnisse zu haben ist ja nicht gleichbedeutend mit Blödheit und das man nicht lernfähig ist.
Und wenn ich, wie durch Google, erfahre, dass manche auch gänzlich ohne Vorkenntnisse genommen werden, glaube ich, ich bin im falschen Film.

Ich könnt noch viel mehr schreiben (Und in Rage), aber das reicht erstmal. Auch wenn es jetzt Jammerei ist, aber ich bin wirklich am Ende mit meinen Nerven und meine Motivation, sich in der Schule anzustrengen, ist gleich null.

Welchen Beruf kann man denn nun ergreifen? Ich komme mir vor wie "Kann nix, will aber 'ne Ausbildung machen.". Einzelhandel kommt für mich auch wieder nicht in Frage, habe beim REWE einmal ein Schulpraktikum gemacht und bereits nach 10 Minuten Regale einräumen keine Lust mehr gehabt.
Zuletzt geändert von GAZ Vodnik am Fr 05.04.2013 20:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon Fiene » Fr 05.04.2013 19:09

Hallo GAZ Vodnik,

ich kann deinen Unmut verstehen - das ist Deutschland, herzlich willkommen :wink: Du stellst fest, dass es bessere Bewerber gibt, damit kannst du entweder leben oder etwas dafür tun, dass du besser wirst als diese. Aber es wird immer bessere Kandidaten geben...

Dazu scheint die Sprache bei dir als Barriere hinzuzukommen und ich kann es aus Sicht eines Arbeitgebers auch nachvollziehen, dass sie dem skeptisch gegenüberstehen, auch wenn du alles dafür tust, um diese abzumildern.

Nun sehe ich es aber so, dass Berufe im kfm. Bereich für dich wohl eher ungeeignet sind, weil du dabei normalerweise einen hohen Sprachanteil hast und dich das sicher nicht glücklich machen würde. Dabei wäre auch fraglich, ob dich nach einem Vorstellungsgespräch noch jemand in die engere Wahl nimmt, ohne das jetzt böse zu meinen, aber deine bisherigen Erfahrungen bestätigen das ja eher.

Ich vermute mal, dass eher handwerklich oder sozial orientierte Berufe nicht so dein Fall wären? Was machst du denn gern in deiner Freizeit, was macht dir Freude, womit beschäftigst du dich gern? Hat dir dein Berufsberater überhaupt etwas Alternatives angeboten, was passen könnte?

Eventuell könnte es dir auch helfen, wenn du nach dem Schulabschluss erstmal ein paar Praktika machst, um dich auszuprobieren und dich zu bewähren? Ich kenne viele junge Menschen, denen das sehr geholfen hat und bei denen dies definitiv kein verschwendetes Jahr war.

Schreib uns doch gern nochmal dazu, eventuell haben auch andere Forenmitglieder Ideen, welcher Beruf zu dir passen könnte.

Viele Grüße von Fiene
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon GAZ Vodnik » Fr 05.04.2013 21:06

Man dankt! Insbesonders deswegen, weil man hier nicht direkt als Jammerlappen abgestempelt wird.

Ich verstehe ja, dass Arbeitgeber es kritisch sehen, einen Sprachbehinderten einzustellen, der sich bei Kundengesprächen erstmal einen abstottert und die Kunden zig mal nachfragen müssen, was der Mitarbeiter denn gesagt hat.
Aber trotzdem finde ich es unfair. Ich kann ja nichts dafür und für Schwerbehinderte gibt es Gesetze für eine Übernahmepflicht.
Andererseits, würden Sprachbehinderte ähnliche Gesetze erhalten, könnte ich mir vorstellen, dass bei vielen Vorstellungsgesprächen eine Behinderung vorgetäuscht wird. Obwohl man in der Lage sein sollte, zwischen echtem und künstlichen Stottern zu unterscheiden. So schwer, denke ich, ist es nicht.


Nun denn, handwerklich habe ich wirklich zwei linke Hände. Im Werksunterricht in der Hauptschule bin ich bereits an einem simplen Kasten verzweifelt und konnte von Glück reden, um Haaresbreite an einer 5 vorbeigeschrammt zu sein.

Soziale Berufe bitte nicht, um Himmels Willen. Ich hoffe, niemand nimmt es mir übel, wenn ich die Gründe nicht nennen möchte.
Braucht man da nicht auch gute Sprachkenntnisse? Ich meine, dort wird ja ebenfalls intensiv mit anderen Menschen gearbeitet.

In meiner Freizeit, oh je.
Also, ich bin leidenschaftlicher Spieler. Etwas, was in der Öffentlichkeit eher kritisch beäugt wird, da ich mich auch zu den "Killerspiele"-Spielern zähle, auch wenn mich diese wenig interessieren. Hat mich schon sehr gewundert, als mir mein Praktikumsbetreuer (Als Leiter des Rechnungswesens) erzählte, er spiele selbst gern.
Von daher wäre Spieleredakteur eine Möglichkeit, aber ätsch, man muss ja studieren.

Auch bin ich in meiner Freizeit Hobbyautor im Bereich Fanfiction über Computerspiele, aber damit verdient man ja auch kein Geld.

Außerdem fahre ich sehr gern mit dem Auto. Doch Berufskraftfahrer sollen nicht gerade gut bezahlt sein...

Der Berufsberater hat mir zwar keine alternativen Berufsvorschläge unterbreitet, aber gemeint, dass wenn ich keine betriebliche Ausbildung finden sollte, in ein Berufsbildungswerk komme. Da habe ich von meinen Klassenkameraden allerdings jede Menge negatives gehört ("Da laufen nur Asoziale rum!!!") und meine Schwester sagte, dass es von Betrieben als schlecht angesehen wird, wenn die Ausbildung in einem BBW gemacht wurde. So nach dem Motto: "Warum hat er keine Ausbildungsstelle gefunden? Ist er zu faul oder inkompetent?"

Ach herrje, dann muss ich mich wohl mit Praktikas übers Wasser halten. :?
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon 2alex » Sa 06.04.2013 09:47

Hallo GAZ Vodnik,

ich nehme an du bist anerkannt "Schwerbehinder"? Dann würde ich dir raten dich bei öffentlichen Einrichtungen (wie Stadt/landesverwaltungen, Polizei, Zoll usw..) zu bewerben. Auch dort werden ITler ausgebildet und dort würdest du mit dem Ausweis bevorzugt werden. Das kann ich deshalb bestätigen da ich einen Freund im Rollstuhl habe der oft zu Gesprächen eingeladen wird obwohl es einige Bewerber geben würden die eine Bessere Ausbildung und Berfuserfahrung ausweisen können.

Ansosnten ist der Hinweis von Fiene durchaus gut. Wenn du nun erst mal Praktika machst kannst du dann ja Vorkenntnisse aufweisen. Das würde dann auch für die Ausbildung dir helfen.

Hast du dir mal Gedanken zu einem Dualen Studium gemacht? Wäre das eine Option?

Liebe Grüße
Alex
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon GAZ Vodnik » Sa 06.04.2013 10:26

Einen Schwerbehindertenausweis bin ich nicht, haben aber einen beantragt. Bezweifle jedoch, dass eine Sprachbehinderung ausreicht, zumal ich körperlich nicht eingeschränkt bin.

Duales Studium wäre schon besser, dazu muss ich aber 13 Wochen Praktikum abgeleistet haben, und 4 habe ich erst. Ich würde gern ohne Studium durchkommen, denn mit einem abgeschlossenen Studium brauche ich doch keine Ausbildung.
Auf zwei Stellen mit begleitendem Studium kam auch eine Bewerbung, davon leider eine abgesagt.
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon GAZ Vodnik » Sa 06.04.2013 19:02

Wäre es sinnvoll, die Sprachbehinderung im Anschreiben zu erwähnen?

Ich finde, es erspart die Zeit und Nerven beider Seiten. Besser als im Einstellungstest und Vorstellungsgespräch zu glänzen, bis die bisher unbekannte Sprachbehinderung rauskommt und die Personaler sofort denken "Toll, dass wir es erst jetz erfahren. So einen wollen wir überhaupt nicht, ganz egal wie gut er sich präsentiert.".

Was dann dazu führt, dass ich mich noch mehr ärgere. :?

Ich versuche nun mein Glück als Industriekaufmann, meine Chancen dürften da wesentlich höher liegen. Irgendwas MUSS ich ja was machen, auch wenn es nicht mein gewünschtes Arbeitsfeld ist. :(
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon Soulclaw » Sa 27.04.2013 09:23

Hi


dein Problem wegen Vorkenntnissen kenn, bewerb mich auch Grad als fachinformatiker für systemintegration...ich glaub Das kommt immer auf die Firma an, manche wollen auch keine Vorkenntnisse aber die meisten schon...

versteh auch nicht wieso man bei ner Ausbildung Vorkenntnisse braucht, man wird ja ausgebildet und lernt es dort....
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon minnenu » Sa 27.04.2013 11:24

Einfache Rechnung:
In jemanden ohne Vorkenntnisse müssen mehr Zeit und Nerven investiert werden.
Jemand mit Vorkenntnissen wird (theoretisch) schneller als vollwertige Kraft einsetzbar sein.

Unfair, aber is so.
Disclaimer:
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon Soulclaw » So 28.04.2013 11:23

naja so firmen scheinen den sinn einer aubsildung nicht ganz zu verstehen? weil da sklingt : schnell einarbeiten = billige arbeitskraft = ausnutzen eines Azubis .....
super firmenphilosophie *facepalm*
weiß ja net ob man in so ne firma dann rein will :-/

bei meiner jetzigen Ausbildung wurd ich auch ohne vorkenntnisse genommen...
es gibt komische sachne auf der welt :-/
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon GAZ Vodnik » Mi 01.05.2013 08:30

Erstmal danke für die ganzen Antworten. :)

Sogar das BiBB kam mit der Begründung der Absage, meine Mitbewerber hätten viel mehr Kenntnisse gehabt. Und das kommt von einem Institut, welches sich für faire Ausbildungschancen einsetzt. :roll:
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon GAZ Vodnik » Do 30.05.2013 22:38

Keiner einen Tipp? Schade. :(

Hab Morgen ein Vorstellungsgespräch zum Industriekaufmann und habe Fragen zu zwei potenziellen Fragen im Gespräch:

1. Warum haben Sie sich bei uns beworben?
-Ich weiß, dass man da nicht einfach "Ich suche dringend nach einem Platz und in der Zeitung habe ich Ihre Anzeige gefunden, und es ist mir total egal, welches Unternehmen das ist." sagen kann, auch wenn es der tatsächliche Grund ist.
Was wollen Personaler denn da hören?
Kurze Info (Vielleicht hilft es ja): Es ist ein international führendes Kommunikationsunternehmen für Satellitenkommunikation (Ce-Tel).
Ehrlich gesagt verstehe ich davon überhaupt nichts, aber ich denke, als Industriekaufmann muss man sowieso nicht die Funktionsweisen kennen...

2. Welche Schwächen haben Sie?
-Ich habe Durchsetzungsprobleme und lasse mich schnell unterbuttern, wenn der Gegenüber mit Argumenten auf mich einprügelt. Daher gebe ich dann in der Regel nach, vor allem weil ich dann etwas längere Zeit zum Antworten brauche, je nachdem wie viele Argumente auf mich einprasseln.
Außerdem bin ich absolut keine Führungsperson, weil... äh, ich mich auf hohen Positionen unwohl fühle (Mir gefällt es absolut nicht, andere Personen zu "befehligen") und keine großen Probleme, resultierend aus meinen Entscheidungen, verursachen will.
Könnten diese beiden Punkte negativ ausgelegt werden oder denkt der Personaler vielleicht "Gut, er ist ehrlich, also Pluspunkt."?
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon Fiene » Sa 01.06.2013 17:40

Hallöchen,

also so ganz pauschal wird man deine beiden Fragen nicht beantworten können, aber ich schildere mal meine Sicht auf die Dinge:

1. Ich möchte an dieser Stelle hören, wie gut sich der Bewerber zum Unternehmen informiert hat. Dabei kann man gut auf die Mitarbeiterzahl eingehen (z.B. wenn du eher ein familiäres Klima bevorzugst, passt es zum kleinen Unternehmen oder Mittelständler, wenn du möglichst "breit" aufgestellt sein willst und viele Abteilungen bevorzugst, passt es eher zum Großunternehmen bzw. Konzern). Außerdem gibt es auf den meisten Homepages der Unternehmen bestimmte Schlagwörter, die du bei der Beantwortung einer solchen Frage gut unterbringen kannst. Also z.B. "Sie sind ein international tätiges Unternehmen und ich finde es spannend, auch internationale Kunden zu betreuen und meine Sprachkenntnisse in Englisch zu vertiefen".

2. Schwächen sind immer eine Auslegungssache, alles hat ja auch eine positive Seite. Wenn du die Sache mit der Führungsposition ansprichst, kann das auch gut sein, weil das Unternehmen eher jemanden sucht, der eine typische Sachbearbeitung nach der Ausbildung macht und eben keinen Teamleiter. Bezüglich des Durchsetzungsvermögen solltest du auf jeden Fall ergänzen, was du hier geschrieben hast. Also im Sinne von "Wenn mir jemand stark verbal überlegen ist, benötige ich selbst mehr Zeit und gebe manchmal zu schnell nach".

Letztendlich musst du dich selbst im Gespräch präsentieren und verstellen kann sich jeder nur für eine bestimmte Zeit. Also sei einfach du selbst, bereite dich gut vor und hab vor allem auch ein paar Fragen in petto :wink:

Viel Erfolg wünscht Fiene
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon GAZ Vodnik » Sa 29.06.2013 18:09

Nachdem ich sogar eine Absage von der vielversprechendsten Stelle zum Industriekaufmann erhalten habe und eine weitere von einer laufenden Bewerbung zum IT-Systemkaufmann, habe ich nun nichts mehr.
Die anderen Bewerber für den Industriekaufmann hätten überdurchschnittliche Qualifikationen aufgewiesen und worin sie besser waren, wollte man mir nicht sagen. Toll. :?

Ein weiterer Dämpfer ist, dass ein weiterer Klassenkamerad mit weitaus schlechteren Noten nun einen Platz zum Industriekaufmann hat. Da fühle ich mich, entschuldigung, wirklich verarscht und ich frage mich, was zur Hölle bei mir falsch läuft, weshalb mich keiner haben will. Nicht, dass ich es ihm nicht gönne, um Himmels Willen!
Klingt jetzt arrogant, aber ich bin sauer und verzweifelt zugleich. Jetzt machen mir auch noch die Eltern Feuer unterm Hintern.
Dieser Doppelabijahrgang ist wohl mein Untergang.

Jetzt werde ich mich wohl mit Praktikas übers Wasser halten und habe diesbezüglich Fragen:

-Sollte man bei jedem Unternehmen vorher anfragen, ob sie Plätze anbieten oder kann man einfach eine Bewerbung rausschicken?
-Online oder schriftlich?
-Welchen Zeitpunkt sollte man für einen Praktikumsbeginn wählen und wie lange sollte es laufen (Ich hätte es gern ein halbes Jahr lang, bis wieder die Auswahlverfahren anstehen)?

Wie immer, vielen Dank im Voraus.
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon Fiene » Mo 01.07.2013 08:38

Hallo GAZ Vodnik,

ich kann verstehen, dass es für dich nicht ganz nachvollziehbar ist, wenn jemand mit schlechteren Noten noch vor dir einen Ausbildungsplatz bekommt, aber manchmal hat die Auswahl auch etwas mit Persönlichkeit zu tun?! Das meine ich jetzt nicht böse, aber wenn den Auswahlberechtigten die Persönlichkeit eines anderen besser gefällt oder er besser ins Team passt, kannst du keinem eine solche Wahl verübeln...

Bezüglich deiner Fragen zu den Praktika:
1. Schlauer und engagierter ist es sicher, vorher anzufragen, ob das Unternehmen überhaupt Praktika anbietet. Ansonsten hast du sicher ein Dejá-vue mit deinen Bewerbungen, da es auch dann wieder massenhaft Absagen geben wird.
2. Welche Art der Bewerbung sich empfiehlt, solltest du direkt bei dem o.g. Telefonat erfragen. Manche nehmen nur eine der beiden Formen, anderen ist es egal.
3. Beginn und Dauer sind ebenfalls abhängig vom Unternehmen. Meiner Meinung nach hast du einen Vorteil, wenn du das Praktikum über mehrere Monate machst, da du dann ggf. intensivere Einblicke und auch interessantere Aufgaben erhältst. Bitte bedenke aber auch, dass bei größeren Unternehmen schon jetzt wieder der Auswahlprozess für 2014 beginnt - also nicht erst im Dezember anfangen Bewerbungen zu schreiben!

Viele Erfolg wünscht Fiene
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Re: Demotiviert und scheine nirgendwo zu passen: Welcher Ber

Beitragvon Anton82 » Mi 03.07.2013 15:12

minnenu hat geschrieben:Einfache Rechnung:
In jemanden ohne Vorkenntnisse müssen mehr Zeit und Nerven investiert werden.
Jemand mit Vorkenntnissen wird (theoretisch) schneller als vollwertige Kraft einsetzbar sein.

Unfair, aber is so.

Ja das ist leider wahr..... es werden immer Leute mit Kenntnissen gesucht aber niemand gibt einem die Möglichkeit die Kenntnisse erst mal zu erlangen. Das trifft leider auch auf die spätere Jobsuche zu. Wenn ich mich umsehe, dann werden nur Leute mit Berufserfahrung gesucht. Einen Jobwechsel nach meiner Prüfung habe ich deshalb verworfen. Ich bleibe erst einmal hier.
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