Ausbildung = Sackgasse?

Für verzwickte Angelegenheiten und scheinbar unlösbare Probleme.

Ausbildung = Sackgasse?

Beitragvon IndianaJones » Di 06.10.2015 22:24

Guten Abend zusammen,

zunächst mal: Ich bin verzweifelt! Ich weiß aktuell nicht einmal sicher, was ich denn überhaupt mit diesem Topic bezwecken möchte .. Die Gedanken schwanken zwischen Ungewissheit, Minderwertigkeitskomplexen und Zukunftsangst.

Aber zunächst alles auf Anfang..

Nach dem Abitur habe ich mich zum Wintersemester 2011 an einer staatlichen Universität in ein naturwissenschaftliches Studium eingeschrieben. Nach einem Semester war ich bereits wieder exmatrikuliert.. Die bittere Erkenntnis lautete damals "voreilig an die Hochschule geströmt und die eigenen Erwartungen nicht erfüllt."

Also nochmals neu gesammelt und im August 2012 eine Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann begonnen während die Clique aus der Abiturzeit ausnahmslos studierte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es die einzig richtige Entscheidung war, was sich in einer verkürzten Lehrzeit widerspiegelte und entsprechend überdurchschnittlichen Schulnoten.

Im Anschluss nahm ich im Januar 2015 eine Vollzeittätigkeit als Personaldisponent im ehemaligen Ausbildungsbetrieb auf - nach wie vor in der heimatlichen Provinzstadt.

Im März diesen Jahres folgte dann der Arbeitgeberwechsel in die Landeshauptstadt. Der Schritt war gewollt, da ich bereits im Februar das Gefühl nicht los wurde, auf der Stelle zu treten.

Seither bin ich als Personalrecruiter im Ingenieursbereich beschäftigt. Die Bezahlung ist in Ordnung, allerdings werde ich mittlerweile wieder das Gefühl nicht los, auf der Stelle zu treten.

Deshalb beschäftige ich mich seit einigen Wochen intensiv mit den nächsten Schritten auf der Karrierleiter.

Zur Debatte stand bereits der Personalfachkaufmann (Fachwirt) sowie ein berufsbegleitendes BWL-Studium an einer FH.

Allerdings plagen mich bei letzterem aktuell die nächsten Ängste. Da ich bereits das Prädikat "Studienabbrecher" trage, wäre ein zweiter Studienabbruch mein persönlicher Untergang.

Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass ich aktuell einen befristeten Arbeitsvertrag besitze, das BWL-Studium allerdings mindestens über 7 Semester läuft und zwischen Hochschule und AG ein Kooperationsvertrag abgeschlossen werden muss.

Dazu ist mein AG allerdings nicht bereit, da die Laufzeit meine Beschäftigungsdauer überschreiten würde. Eine Weiterbeschäftigung ist aktuell auch noch nicht absehbar, da ich offiziell als Elternzeitvertretung eingestellt wurde.

Bleibt aktuell also eigentlich "nur" der berufsbegleitende Personalfachwirt mit einer Laufzeit von ca. zwei Jahren mit Unterrichtszeiten außerhalb der Arbeitszeit.

Nun ist jedoch allgemein bekannt, dass man die Karrierleiter in den meisten Bereichen (insbesondere in der Wirtschaft) nur noch als Akademiker erklimmen kann, weshalb ich vor der Entscheidung stehe, in wie weit sich ein Fachwirt überhaupt lohnen würde.

In meinem Kopf schwirren Gedanken herum wie ..." Du hast Abitur - du musst doch studieren!" oder "alle Freunde studieren - du hast eine mickrige Ausbildung" oder "du bist 23 und könntest schon viel weiter sein!"

Ich bin froh über jeden Gedankenaustausch und Forenmitglieder, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Bis dahin

Grüße
IndianaJones
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Re: Ausbildung = Sackgasse?

Beitragvon Fiene » Fr 16.10.2015 15:17

Hallo Indiana Jones,

also ganz ehrlich, mit 23 fangen einige gerade erst ihre Ausbildung an, also kannst du ganz entspannt bleiben :wink: Ich frage mich eher, ob DU wirklich studieren möchtest und du meinst, dass dies von dir als Abiturient erwartet wird?

Meiner Erfahrung nach ist für den Aufstieg der Karriereleiter nicht mehr zwingend erforderlich studiert zu haben - die Zeiten für junge Nachwuchskräfte waren selten besser als jetzt, wo ein Großteil der Ü60-Generation in Führungspositionen abgelöst werden muss.

Ich selbst habe auch eine klassische kfm. Ausbildung absolviert, um mich im Anschluss fachlich weiterzubilden (Ausbilderschein, Rechtsschulungen etc.). Nach 2 Jahren reifte dann der Entschluss berufsbegleitend (auch ohne Abitur) zu studieren und einiges an Freizeit zu investieren. Kurz vor Abschluss des Studiums habe ich mich aktiv auf dem Arbeitsmarkt umgesehen und nach einem halben Jahr auch eine ansprechende Stelle im Personalwesen gefunden, die ich nun seit mehr als 3 Jahren innehabe und sehr glücklich damit bin.

Übrigens kann eine Fachwirt-Qualifikation auch bei einem späteren Studium angerechnet werden, solange sie fachverwandt sind. Erkundige dich dazu doch einfach mal bei der IHK oder auch den Weiterbildungsberatern bei der Arbeitsagentur, um mehr Licht ins Dunkel zu bringen.

Wenn deine Angst vor deinem erneuten Studienabbruch so groß ist, solltest du diesen Schritt auch (jetzt noch) nicht wagen. Es gibt viele Alternativen, auch wenn es für dich erstmal "minderwertig" erscheint - das ist es ganz sicher nicht, wenn du dich damit weiter für deine Tätigkeit spezialisierst.

Solltest du noch weitere Fragen haben, melde dich gerne nochmal!
Viele Grüße von Fiene
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Re: Ausbildung = Sackgasse?

Beitragvon Joggi » Sa 17.10.2015 13:56

ich habe das Gefühl, dass es ganz alleine an dir liegt. Du bist irgendwie mit dir selber unzufrieden und kannst nirgendwo länger bleiben.
Gruß,
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Re: Ausbildung = Sackgasse?

Beitragvon caso » Fr 08.01.2016 09:46

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Re: Ausbildung = Sackgasse?

Beitragvon Dirk » Mo 08.01.2018 23:47

Stetigkeit bringt den Erfolg im Leben nicht schnell schnell. Mach ganz gemütlich den Personalfachwirt und wenn du nen festen unbefristeten Vertrag in der Tasche hast du glaubst mal paar Jahre durch zu halten dann kannste immer noch nebenbei Studieren. du verierst zwar 2 Jahre aber du hast in der Zeit etwas für deine Weiterbildung getan.

Und informiere Deinen Arbeitgeben über diesen Schritt. Mitarbeiter die sich selber weiterbilden werden gerne gesehen
Dirk
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Re: Ausbildung = Sackgasse?

Beitragvon Frauke » Mi 07.02.2018 15:19

Hallo zusammen,
ich habe mich hier angemeldet mit der Hoffnung einige gute Tipps zu bekommen. Ich denke über eine Weiterausbildung nach und zwar würde ich gerne einen Industriemeister Pharmazie machen. Das Problem ist allerdings die Finanzierung. Ich habe mich im Netz ein bisschen schlau gemacht und gesehen, dass die Ausbildungskosten mit staatlicher Förderung viel günstiger sind, allerdings habe ich keine Förderung. Also, was ich eigentlich fragen wollte ist, wie komme ich an einen günstigen Kredit? Wie finanziert ihr eure Ausbildungen?
Liebe Grüße
Frauke
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